Blasenschwäche im Alter

Blasenschwäche im Alter: Tipps für Angehörige

Was tun, wenn Vater oder Mutter oder andere Angehörige alt und pflegebedürftig werden? Plötzlich kommen viele Fragen und Anforderungen auf Sie zu. Sie werden von heute auf morgen zur Pflegefachkraft? Pflegebedürtig bringt nicht unausweichlich Blasenschwäche im Alter mit sich. Sie ersparen sich viel Arbeit, wenn Sie so lange wie möglich die Kontinenz des Angehörigen aufrechterhalten. Überprüfen Sie die folgenden Themenbereiche, die eine zur Vermeidung von Inkontinenz beitragen können.

Problemfeld Dehydrierung – Trinken für eine starke Blase

Es klingt auch für jüngere Menschen oft paradox, jedoch trägt eine größere Trinkmenge über den Tag verteilt eher zu besserer Kontinenz bei, als wenn das Trinken bewusst zurück gehalten wird. Dies erklärt sich ganz einfach dadurch, dass bei regelmäßigen Trinkmengen die Blase gut trainiert wird und besser in der Lage ist, die Ausdehnung und Austreibung des Harns zu bewältigen. Vor allem das Trinken von kohlenstoffarmen oder -freien Wasser trainirt eine schwache Blase. Bei vielen älteren Menschen stellt sich das Durstgefühl nicht mehr automatisch ein und sollte daher möglichst mit einem geregelten Trinkplan bewusst forciert werden. Dies ist oft im Einzelfall nicht ganz einfach, weil ältere Menschen mit einer „schwachen Blase“ häufig Angst haben zuviel Flüssigkeit zu sich zu nehmen, da sie vermuten, dass sie dann wieder öfters zur Toilette müssen. Viele Menschen vergessen auch das Trinken einfach.

Die Folgen von Wassermangel

Dehydrierung – also der Mangel an Körperwasser – kann zu schwer wiegenden gesundheitlichen Schäden führen. Dehydrierung entsteht erst, wenn über mehrere Tage zuwenig Flüssigkeit aufgenommen wurde bzw. wenn eine latente Flüssigkeitsreduzierung vorliegt. Eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme führt zur Austrocknung, und vielfältigen gesundheitlichen Beeinträchtigungen bis zur Verwirrtheit, Apathie oder Kreislaufversagen. Unbehandelt kann Wassermangel zur Bewusstlosigkeit und sogar zum Tod führen.

Zuwenig Trinken – Infektionen der Harnwege drohen

Schon bei zu geringer Flüssigkeitsaufnahme ohne Dehydrierungszeichen werden Infektionen der Harnwege begünstigt. Außerdem reagiert das autonome Nervensystem, das ja bekanntlich auch für die Blasenkontrolle zuständig ist. Die Körpertemperatur steigt an und der Puls beschleunigt sich. Trotz zu geringer Blasenfüllung kann es zu Drangsymptomen kommen und durch Fehlimpulse der Blase auch zu Inkontinenz. Ebenso wichtig ist die Flüssigkeitszufuhr für die geregelte Darmentleerung und zur Verhinderung von Stuhlinkontinenz.

Trinkmotivation – Tipps für Angehörige

Je nach Schweregrad der mentalen oder körperlichen Gegebenheiten eignen sich einfache Maßnahmen zur Trinkmotivation: Messen Sie die Trinkmenge für den ganzen Tag ab oder lassen Sie dies den Betroffenen selbst tun und stellen Sie diese in attraktiven Trinkgefäßen für ihn bereit. Die Motivation für das Trinken können Sie fördern, indem Sie die Wahl des Trinkgefäßes beachten. Ein positiv erlebtes Trinkgefäß, ob es die gewohnte Tasse ist, eine besonders schöne oder farbige Tasse oder Glas ist oder ein liebevolles Geschenk, an das sich der Betroffene gerne erinnert – kleine Tricks überlisten auch die eigene Blockade beim Trinken. Bei bettlägerigen Personen erleichtert der Einsatz von Strohhalmen oder speziellen Tassen das Trinken.

Eine sehr einfache Trinkhilfe können Sie einsetzen, indem Sie Zitrone, Gurkenwasser oder Eis darreichen um den Speichelflusses anzuregen. Gemeinsame Mahlzeiten motivieren nicht nur zum Essen sondern auch zum Trinken. Sie können dabei auch auf das gemeinsame Trinken besonderen Wert legen. Prosten Sie sich auch mit einem Glas Wasser zu.

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Problemfeld: Mobilitätsverlust durch Krankheit oder Unfall

Mobilitätsverlust ist eine häufige Ursache für Inkontinenz. Meistens ist das Problem für Außenstehende gar nicht einfach zu verstehen. Ältere Menschen müssen je nach Einschränkung viele Hindernisse überwinden. Sehbehinderung, Hörbehinderung und Gehbehinderungen können zu einer Veränderung der Alltagsgewohnheiten älterer Menschen führen, so dass sie die Koordination all ihrer Verrichtungen und Tätigkeiten nicht mehr ausreichend bewältigen können, ohne dafür aber ein Problembewusstsein zu entwickeln. Häufig kommt auch noch eine Haltung der Hilflosigkeit hinzu, mit der Betroffene die Aufmerksamkeit der Pflegeperson oder des Angehörigen auf sich lenken möchten.

Geeignete Maßnahmen für Angehörige und Betreuer bei Mobilitätsverlust:

Erforschen Sie, welche Behinderungen der alte Mensch selbst empfindet, aber schauen Sie auch dorthin, wo die Macht der Gewohnheit den Menschen immer wieder zu ungünstigem Verhalten drängt. Fördern Sie die Selbstständigkeit durch körperliches Training und durch geeignete Hilfsmittel gegen die Behinderung. Fördern Sie die gezielte Umgestaltung zu einer altengerechten Wohnung. Überprüfen Sie dafür die Lebensumgebung des alten Menschen: Ist die Toilette zu niedrig, so dass Hinsetzen und Aufstehen erschwert sind? Ist der Weg zur Toilette ohne Probleme zu bewältigen? Gibt es Stufen zu überwinden oder sind Türen schwer zu öffnen? Ist die Toilette ausreichend deutlich mit einem Zeichen versehen für den Fall von Desorientierung?

Problemfeld Demenz und Verwirrtheit

Bis zu 80% der von Demenz betroffenen Patienten sind inkontinent und gleiches gilt für ca. 70% der Schlaganfallpatienten. Die Ursache für Inkontinenz bei dementen Personen ist eher nicht im Abbau der Hirnleistung zu sehen, kann aber genauso wenig ausschließlich als Verhaltensstörung „abgetan“ werden. Umso wichtiger ist eine genaue Diagnostik der funktionalen Ursachen und der möglicherweise zugrundeliegenden Erkrankungen.

Medikamentennebenwirkungen

Medikamentennebenwirkungen sind als mögliche Ursache unbedingt in Betracht zu ziehen. Bedeutsam für eine vorliegende Inkontinenz sind aber auch bewusst erzielte Wirkungen von Medikamenten wie Benommenheit und Schläfrigkeit. Sie führen dazu, dass der Patient zu müde ist und sich nicht aufraffen kann, zur Toilette zu gehen.

Tipp: Nehmen Sie die Medikamente zum Artzbesuch mit und besprechen Sie jedes einzelne Medikament und seine möglichen Nebenwirkungen in Bezug auf die Inkontinenz.

Blasenschwäche im Alter: Verhaltensstörungen

Inkontinenz gehört zu den häufigsten Verhaltensstörungen bei Demenz. Dabei kann Inkontinenz ein Symptom der Verwirrtheit sein. Zum Beispiel kann eine Orientierungsschwäche dazu führen, dass der Betroffene die Türe für die Toilette nicht findet oder er seine Kleidung nicht mehr selbstständig ausziehen kann. Auch der Wunsch nach Beachtung und Aufmerksamkeit kann den Verwirrten zu inkontinentem Verhalten veranlassen.

Geeignete Maßnahmen für Angehörige und Betreuer bei Alzheimer, und Verwirrtheit

Inkontinenz bei dementen und verwirrten Personen kann selbstverständlich in ein tägliches Training mit einbezogen werden. So kann man den Kranken bei einem Realitäts-Orientierungs-Training in regelmäßigen Abständen prophylaktisch zur Toilette begleiten und ihm zeigen, wie er den Ort sicher finden kann. Deutliche Symbole an der Türe oder andere Wiedererkennungsmöglichkeiten kann man mit dem Patienten zusammen erarbeiten. Sinnvoll ist auch ein regelmäßiges Toilettentraining, das allerdings von der Betreuungsperson überwacht und angestoßen werden muss.

Nächtliches Wasserlassen: Sturzriskio vermeiden

Sollte die Pflegebedürftige Person noch mobil sein und nachts selbstständig auf die Toilette gehen können, müssen hierfür die richtigen Vorsorgemaßnahmen getroffen werden. Für jeden alten Menschen ist der nächtliche Toilettengang mit einem größeren Sturzrisiko verbunden. Räumen Sie alle häuslichen „Stolpersteine“ aus dem Weg und bringen Sie kleine Nachtleuchten auf dem Weg an, die in die Steckdosen gesteckt werden können. Auch eine Aufstehhilfe auf der Toilette kann nachts gute Dienste leisten.

Quellen:

Deutsche Kontinenz Gesellschaft e.V., Band 8. „ Nykturie und Harninkontinenz“. Bamberger Gespräche 2004.
Robert Koch Institut. Statistisches Bundesamt, Heft 39. „Harninkontinenz“. Gesundheitsberichterstattung des Bundes. 2007

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