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 Bis zum 5. Lebensjahr nichts Ungewöhnliches
Wenn ein Kind bis zur Vollendung des 5. Lebensjahres ab und zu ins Bett macht, ist dies nicht unbedingt ein Grund zur Beunruhigung.
Ist es allerdings älter und macht es öfter als zweimal pro Monat ins Bett, kann es unter Umständen von Enuresis Nocturna betroffen sein, auch bezeichnet als „nächtliches Einnässen“. Ist dies der Fall, kommen dafür gleich mehrere Ursachen in Frage:
Geringe Blasenkapazität
Aufgrund einer Entwicklungsverzögerung ist bei einigen Kindern die Kapazität der Blase nicht altersentsprechend ausgebildet und kann somit nur geringe Mengen Harn speichern.
Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung
Bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit und Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist die Reizverarbeitung im Gehirn gestört, wodurch nicht alle im Gehirn ankommenden Reize angemessen verarbeitet werden können. Darunter fallen in diesem Zusammenhang auch die Signale von Blase und Darm, wodurch von ADHS betroffene Kinder auch nachts häufiger ins Bett machen als nicht betroffene Kinder.
ADH-Mangel
Bedingt durch eine Entwicklungsverzögerung wird bei manchen Kindern nur eine unzureichende Menge des Hormons ADH in der Hirnanhangdrüse gebildet, welches die Urinproduktion in der Nacht reguliert
Erbanlagen
Die familiäre Häufung der Enuresis wurde bereits in den dreißiger Jahren entdeckt. Diesbezüglich wird ein autosomal dominanter Erbgang mit einer Penetranz von über 90 % vermutet. Allerdings tritt die Erkrankung in 30 % der Fälle sporadisch auf.
Zu tiefer Schlaf
Viele Kinder schlafen sehr tief und sind schwer weckbar, wodurch sie selbst durch den Reiz einer vollen Blase nicht oder zu spät geweckt werden. Das Schlafmuster bei betroffenen Kindern ist dabei durchaus vergleichbar mit dem nicht betroffener Kinder, allerdings wird in diesem Zusammenhang eine pathologisch erhöhte Aufwachschwelle und eine verzögerte Reifung des Aufwachmechanismus vermutet.
Falsche Trinkgewohnheiten
Viele Kinder trinken heutzutage erst am späten Nachmittag oder am Abend ihre Haupttrinkmenge. Das hat zur Folge, dass ihre Blase überlastet wird, weil alles was sie in den letzten beiden Stunden vor dem Zubettgehen getrunken haben, nachts wieder ausgeschieden werden muss. Gleichzeitig fehlt dem Organismus von Kindern, die tagsüber zu wenig Flüssigkeit zu sich nehmen, durch dieses Verhalten ein wichtiger Reiz, welcher normalerweise die altersentsprechende Vergrößerung der Blasenkapazität anregt.
Psychische Ursachen
Wahrscheinlich müssen in Bezug auf das Auftreten einer Enuresis beim Kind auch psychische Ursachen berücksichtigt werden. Das nächtliche Einnässen kann ein Signal im Sinne von "Es stimmt etwas nicht" sein. Macht ein Kind wieder ins Bett, obwohl es zuvor schon lange trocken war, geht dies nicht selten auf Veränderungen im Leben des Kindes zurück, die es möglicherweise verunsichern: Dies kann beispielsweise der Verlust eines Familienmitgliedes, Streit in der Familie, die Geburt eines Geschwisterchens, ein Trennungserlebnis oder ein Umzug sein.
Beachten Sie bitte in diesem Zusammenhang, dass eine genaue Diagnose bzw. das Einleiten erfolgreicher Therapiemaßnahmen nur durch einen entsprechenden Facharzt vorgenommen werden kann!
Quellen:
1. Deutsche Inkontinenz Gesellschaft e.V., Band 8. Bamberger Gespräche 2004: Nykturie und Harninkontinenz.
2. Deutsche Inkontinenz Gesellschaft e.V., Broschüre: Einnässen beim Kind.
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