Dranginkontinenz - starker, kaum zu unterdrückender Harndrang Drucken E-Mail
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Geschrieben von: W.Juengst, Marie Hediger   
Donnerstag, den 10. Mai 2012 um 09:00 Uhr

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Starker, kaum zu unterdrückender Harndrang


Von vielen Menschen wird ein plötzlich auftretender, starker Harndrang, der hin und wieder einmal auftritt, zunächst als nichts sonderlich Ungewöhnliches wahrgenommen.

Stellt sich dieser allerdings mit der Zeit häufiger ein und kommt es dabei zu unfreiwilligen Urinabgängen, beginnen viele damit sich mehr und mehr aus dem öffentlichen Leben zurück zu ziehen. Sie verzichten auf Kino- und Theaterbesuche, Urlaubsreisen und vernachlässigen aus Angst vor „unangenehmen Situationen" sogar ihren Freundeskreis. Aus Scham erzählen diese Menschen häufig nicht einmal ihren Angehörigen von ihrem Problem, geschweige denn ihrem Hausarzt.



Draninkontinenz nimmt vor allem im höheren Lebenalter zu


In vielen Fällen verbirgt sich hinter einem solchen, fast überfallartigen Harndrang und dem Gefühl, den Urin nicht mehr halten zu können, eine Dranginkontinenz (oder Urge-Inkontinenz). Die Dranginkontinenz entwickelt sich zu der häufigsten Ursache im höheren Lebensalter, sowohl beim Mann wie bei der Frau.

 

 

Erkrankungen der unteren Harnwege zählen zu den häufigsten Auslösern

 

Die Dranginkontinenz kann auf eine Vielzahl von Ursachen zurückgehen: Bei Frauen reicht oft genug schon eine verschleppte oder unzureichend auskurierte Blasenentzündung, um eine Dranginkontinenz hervorzurufen. Weiterhin kann es auch bedingt durch Krankheiten zu Störungen bei der Blasenkontrolle kommen. So tritt eine Dranginkontinenz besonders häufig nach Schlaganfällen, bei Mulitpler Sklerose, Parkinson oder als Folge von Gehirntumoren auf. Aber auch Blasensteine oder Östrogen-Mangel können sich negativ auf die Steuerung der Blasenfunktion auswirken.

 

 

Zwei unterschiedliche Arten der Dranginkontinenz


Man unterscheidet zwei Arten der Dranginkontinenz. Von einer sensorischen Dranginkontinenz spricht man, wenn beispielsweise infolge einer Blasenentzündung bei den Betroffenen ein vorzeitiger, starker Harndrang auftritt, obwohl die Blase zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht vollständig gefüllt ist. Bei einer motorischen Dranginkontinenz werden dagegen als Folge einer Erkrankung, die Nervenimpulse, die die Kontraktion des Blasenmuskels steuern, nicht mehr richtig übertragen. Unwillkürlich und ohne Vorwarnung ziehen sich dadurch die Muskeln in der Blasenwand krampfartig zusammen, obwohl die Blase noch gar nicht komplett gefüllt ist, wodurch es zu unwillkürlichen Harnabgängen kommt.

Dranginkontinenz_kÜberaktive Blase - Vorstufe der Dranginkontinenz


Die Vorstufe einer Dranginkontinenz ist die sogenannte überaktive Blase (OAB - overactive bladder) oder die Reizblase. Typische Beschwerden einer solchen sind ein häufiger, starker Harndrang, der auch nachts auftreten kann, und eventuell auch schon seltener ungewollter Harnverlust.

 

 

So äußert sich die überaktive oder Reizblase

 

Das Syndrom einer überaktiven Blase (Reizblase) geht auf eine Übererregbarkeit des Blasenwandmuskels (Musculus Detrusor) zurück. Normalerweise ist dieser während der Füllphase der Blase entspannt und zieht sich erst bei der Entleerung der Blase zusammen. Bei Menschen, die unter einer überaktiven Blase leiden, zieht sich der Blasenwandmuskel dagegen schon während der Füllphase der Blase zusammen, wodurch es bei ihnen zu einem starken, plötzlich auftretenden Harndrang kommt.



 
Dranginkontinenz - Symptome und Therapiemöglichkeiten auf einen Blick:


Symptomatik: Plötzlich auftretender, starker Harndrang mit unfreiwilligen Urinverlusten. Die Blase ist überaktiv und gibt ein Signal zum Entleeren, auch wenn sie nur eine kleine Menge Harn enthält. Von unangenehmem Drang begleitet.


Therapiemöglichkeiten: Blasentraining / Toilettentraining, Stromstimulation und Akupunktur
Medikamentöse Therapie: Anticholinergika, Östrogene (Hormone), Antidepressiva, Beckenbodentraining

 

Beachten Sie bitte in diesem Zusammenhang, dass eine genaue Diagnose bzw. das Einleiten erfolgreicher Therapiemaßnahmen nur durch einen entsprechenden Facharzt vorgenommen werden kann!


Quellen:

1. Gesundheitsberichterstattung des Bundes: Harninkontinenz Heft 39, Herausgeber: Robert Koch Institut 2007 (Statistisches Bundesamt)

2. Deutsche Inkontinenz Gesellschaft e.V., Band 10. Bamberger Gespräche 2006: Therapie der überaktiven Blase - Fortschritte, Trends, Visionen.


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