Belastungsinkontinenz - Diese Medikamente verschreibt der Arzt Drucken E-Mail
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Geschrieben von: W.Juengst; Marie Hediger   
Mittwoch, den 05. Mai 2010 um 13:47 Uhr

 

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Alpha-Adrenergika für einen kräftigen Schließmuskel


Bei einer Belastungsinkontinenz, die vorwiegend bei körperlichen Belastungen auftritt, können auch Medikamente zu einer Besserung der Symptome beitragen.
 

Im Falle einer Belastungsinkontinenz werden vorwiegend Medikamente mit Substanzen eingesetzt, von denen eine kräftigende Wirkung auf den Schließmechanismus der Harnblase ausgeht. Zu diesen Substanzen zählen dabei in erster Linie sogenannte Alpha-Adrenergika, wie etwa die verschreibungspflichtige Substanz Midodrin. Alpha-Adrenergika erhöhen die Festigkeit der Muskulatur im Blasenhals und in der  Harnröhre. So kann der Verschlussdruck der Harnröhre verbessert werden, wodurch der Urin besser zurückgehalten werden kann, selbst wenn die Blase gefüllt ist.

 


Sogenannte "urologische Spasmolytika" gegen den Drang


Zur Behandlung der Harninkontinenz gibt es die so genannten urologischen Spasmolytika. Sie beruhigen die Blasenmuskulatur und erhöhen das Volumen das die Blase aufnehmen kann, ohne sofort einen Entleerungsreiz zu setzen. So können die Medikamente die Häufigkeit ungewollten Harnverlustes reduzieren. Sie können auch bei Beginn eines Blasentrainings eingesetzt werden, um die Blasenfrequenz zu erhöhen ohne von der Sorge begleitet zu werden, dabei Harn zu verlieren. Übrigens ist diese Kombination aus Verhaltenstraining und medikamentöser Therapie am Erfolg versprechendsten.

 


Östrogen-Präparate werden häufig nach der Menopause verschrieben


Um die Symptome einer Harninkontinenz im Zusammenhang mit den Wechseljahren zu lindern, können Frauen auch Östrogen-Präparate verabreicht werden. Das weibliche Geschlechtshormon Östrogen wird in diesem Zusammenhang eingesetzt, um insbesondere das Harnröhrengewebe von Frauen nach der Menopause oder in Folge eines Hormonmangels zu unterstützen. Durch die stärkere Spannung, Durchblutung und Reaktion der Muskeln um die Harnröhre wird die Fähigkeit, die Blasenentleerung zu kontrollieren, entscheidend verbessert.

 


Auch Antidepressiva können helfen


Seit kurzem hat sich auch die Anwendung des Antidepressivums Duloxetin als wirksame medikamentöse Therapie in Bezug auf eine vorliegende Belastungsinkontinenz erwiesen. Es erhöht die Konzentration der Neurotransmitter im Gehirn, deren Ausschüttung die Kontraktion des Blasenschließmuskels steuern und trägt so zu einer Verbesserung der Belastungsinkontinenz bei.


Wird die Einnahme dieses Wirkstoffs mit Beckenbodentraining, Biofeedback oder einer Elektrostimulation kombiniert, können sich die Therapieformen gegenseitig ergänzen und so zu noch besseren Ergebnissen führen.

 


Warnung: Medikamte können Nebenwirkungen haben


Da es häufig sehr einfach scheint, ein Inkontinenz mit Medikamenten zu beheben, nimmt die Verordnungshäufigkeit von Medikamenten in der Allgemein Ärztlichen Praxis immer mehr zu. Jedoch gibt der Arzneiverordnungsreport 2005 zu bedenken, dass viele Medikamente, die bei Inkontinenz zum Einsatz kommen, auf das vegetative Nervensystem wirken und daher mit Nebenwirkungen verbunden sein können: diese sind z.B. Mundtrockenheit, verschwommenes Sehen, Herzrasen oder Übelkeit. Vor allem für Patienten mit Engwinkelglaukom (eine Form des grünen Stars) sind sie nicht geeignet.

 


Besser: Blasentraining oder Beckenbodentraining statt Medikamente


Die Empfehlung an die Hausärzte, die für die Verordnung von Medikamenten zuständig sind, lautet demnach, dass eine nichtmedikamentöse Therapie "die Therapie der ersten Wahl bei Inkontinenz bleiben sollte". Darunter fallen sehr einfach Behandlungsformen, wie das Blasentraining, das Beckenbodentraining mit und ohne Biofeetback, eine Ernährungsumstellung, Gewichtsreduktion und nicht zuletzt, die genaue Überprüfung der gesamten eingenommenen Medikamente und Stoffe, die eine mögliche Wirkung auf die Inkontinenz haben könnten.

 

Quelle: Gesundheitsberichterstattung des Bundes: Harninkontinenz Heft 39, Herausgeber: Robert Koch Institut 2007 (Statistisches Bundesamt)

Beachten Sie bitte in diesem Zusammenhang, dass eine genaue Diagnose bzw. das Einleiten erfolgreicher Therapiemaßnahmen nur durch einen entsprechenden Facharzt vorgenommen werden kann!


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