| Blasen- und Darmschwäche |
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| Geschrieben von: Sigrid Eberle | ||||
| Montag, den 23. August 2010 um 10:58 Uhr | ||||
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Durch verschiedene Kampagnen, z.B. „Inkontinenz ist kein Schicksal – sondern heilbar“, wird in der letzten Zeit mit zum Teil sehr prominenter Unterstützung versucht, das Thema Inkontinenz aus der Tabuecke herauszuholen.
Dafür wird es aber auch höchste Zeit, denn allein in Deutschland sind mindestens 800.000 Menschen stuhlinkontinent und mehr als fünf Millionen haben Schwierigkeiten, die Harnblase kontrolliert zu entleeren. Schätzungen gehen davon aus, dass sich diese Zahlen in den kommenden Jahren aufgrund der demografischen Entwicklung stark erhöhen werden, auch wenn es sich bei Inkontinenz beileibe nicht nur um ein Altersproblem handelt. Momentan ist aber Inkontinenz einer der häufigsten Gründe für die Einweisung in ein Pflegeheim.
Schwäche ist keine Schande
Dabei ist Inkontinenz eine Erkrankung, die in vielen Fällen behandelbar ist und kein Grund sein muss für eine soziale Isolierung oder Abschiebung. Doch immer noch ziehen sich viele Betroffene in ihre häusliche Umgebung zurück und schränken ihre Kontakte nach außen ein, wenn sie die Blasen- oder Darmentleerung nicht mehr so im Griff haben, wie sie es gerne möchten und es gewohnt waren. Statt sich einem Arzt anzuvertrauen, schämen sie sich. Allerdings kann die Frage, an welchen Arzt man sich wenden sollte, zu einem Problem werden. Ist der Hausarzt der richtige Ansprechpartner oder sollte man doch besser direkt zum Facharzt wie Gynäkologe, Urologe oder Proktologe gehen? Die bei uns immer noch übliche Aufteilung der Kompetenzen erschwert Diagnose und Therapie der Inkontinenz aus einem Guss. Dies soll sich jetzt ändern – zumindest für Patientinnen und Patienten mit Harninkontinenz – mit dem Versorgungskonzept zur qualitätsgestützten und kooperativen Versorgung, das von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung KBV mittlerweile entwickelt wurde. Es soll die derzeitigen Versorgungsdefizite überwinden und allen Betroffenen mit Harninkontinenz eine angemessene, qualitätsvolle Versorgung, die den aktuellen Stand der Forschung berücksichtigt, gewährleisten. Ein Ziel der Vereinbarung ist auch, dass Patienten von den Ärzten zukünftig gezielt auf die Problematik angesprochen werden sollen.
Den richtigen Ansprechpartner finden
Sowohl Harn- als auch Stuhlinkontinenz treten in vielen verschiedenen Formen auf, die unterschiedlich behandelt werden. Daher werden bei einem ersten Gespräch bereits mögliche Ursachen angesprochen und versucht, eine grobe Differenzierung vorzunehmen, welche Art der Inkontinenz vorliegen könnte. Zur weiteren Abklärung können weitere Untersuchungen erforderlich werden. Dies können sowohl bildgebende Untersuchungen wie z.B. eine Röntgenaufnahme als auch apparative Untersuchungen wie z.B. Druckmessungen sein. Erst wenn eine genaue Diagnose vorliegt kann die entsprechende Therapie eingeleitet werden. Diese ist immer individuell und richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Infrage kommen medikamentöse, verhaltenstherapeutische und operative, in der Regel minimalinvasive Verfahren, mit denen sich in den meisten Fällen die Symptomatik zumindest stark verbessern lässt.
Beckenbodentraining hilft auch vorbeugend
Nach Möglichkeit sollte unabhängig von der jeweiligen Therapie auch eine Stärkung des Beckenbodens angestrebt werden. Diese erfolgt mittels spezieller Übungen, die am besten unter physiotherapeutischer Anleitung erlernt werden oder auch mit den modernen Verfahren des Biofeedback. Dabei wird über optische oder akustische Signale kontrolliert, ob die richtigen Muskeln trainiert werden. Egal welche Methode eingesetzt wird, auf jeden Fall tun die entsprechenden Übungen und die dadurch gesteigerte Durchblutung dem Beckenboden und seinen Organen gut. Patienten, die eine zur Behebung des Missstandes eventuell erforderliche Operation scheuen, können mittler-weile auf eine Vielzahl hochqualitativer Hilfsmittel zurückgreifen, mit denen die unwillkürlichen Ausscheidungen geruchsbindend aufgesaugt werden, oder sie können spezielle Tampons benutzen, mit denen die „undichte“ Stelle bei Bedarf verschlossen werden kann. Die entscheidende Maßnahme bleibt allerdings immer der erste Schritt: Hilfe einfordern, nur dann kann auch geholfen werden.
Versorgungsdefizite überwinden
Das Versorgungskonzept soll die derzeitigen Versorgungsdefizite überwinden und allen Betroffenen mit Harninkontinenz eine angemessene, qualitätsvolle Versorgung gewährleisten. Ein Ziel der Vereinbarung ist auch, dass Patienten von den Ärzten zukünftig gezielt auf die Problematik angesprochen werden sollen.
Gezielte Diagnosefindung und Behandlungsoptionen
Beckenbodentraining hilft auch vorbeugend Nach Möglichkeit sollte unabhängig von der jeweiligen Therapie auch eine Stärkung des Beckenbodens angestrebt werden. Diese erfolgt mittels spezieller Übungen, die am besten unter physiotherapeutischer Anleitung erlernt werden oder auch mit den modernen Verfahren des Biofeedback. Dabei wird über optische oder akustische Signale kontrolliert, ob die richtigen Muskeln trainiert werden. Egal welche Methode eingesetzt wird, auf jeden Fall tun die entsprechenden Übungen und die dadurch gesteigerte Durchblutung dem Beckenboden und seinen Organen gut.
Auch über Hilfsmittel informieren
Patienten, können mittlerweile auf eine Vielzahl hochqualitativer Hilfsmittel zurückgreifen. Auch hier wird eine frühzeitige angemessene Beratung des Arztes eingefordert. Die entscheidende Maßnahme bleibt allerdings immer der erste Schritt: Hilfe einfordern, nur dann kann auch geholfen werden. von Sigrid Eberle
Quelle: www.orthopress.de
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