Inkontinenz und Multiple Sklerose (MS) Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Marie Hediger   
Montag, den 23. Januar 2012 um 09:11 Uhr

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Unkontrollierbarer Harndrang als erstes Signal


Häufiger unkontrollierbarer Harndrang bis hin zu Harninkontinenz, Restharnbildung und ständige schmerzhafte Blasenentzündungen - können auch auf die Diagnose Multiple Sklerose hinweisen.

Besteht bereits ein Verdacht auf Multiple Sklerose oder eine Erstdiagnose Multiple Sklerose, dann sollten Sie diesen Symptomen besondere Aufmerksamkeit schenken.



Frühe Symptome erkennen - Vorsoge zahlt sich aus


Blasenstörungen bei Multipler Sklerose sind ein sehr häufiges Symptom. Darunter leiden nach einer Erkrankungsdauer von 10 Jahren bereits über zwei Drittel aller MS-Betroffenen. Oft empfinden die Betroffenen nicht die Bewegungsstörungen als besonders belastend, sondern fühlen sich mehr durch die Blasenstörung in ihrer Lebensqualität so stark eingeschränkt, dass sie diese geradezu als soziale Behinderung erleben. Bei den ersten Anzeichen einer Blasenstörung sollte der Betroffene einen Urologen oder Urogynäkologen aufsuchen.



Empfehlungen umsetzen - Inkontinenz bei Multipler Sklerose


Im Interview gibt eine MS-Patientin Betroffenen diesen Rat mit auf den Weg: „Gehen Sie jede Auffälligkeit von Blasenstörungen offensiv an. Sprechen Sie schon frühzeitig mit Ihrem Arzt darüber oder suchen Sie direkt einen urologischen Facharzt auf. Eigeninitiative und gute Informationen, z.B. über's Internet, sind ein Schlüssel dafür, dass Blasenstörungen nicht zu einer großen Belastung und Einschränkung der Lebensqualität werden. Wenn Sie gut informiert sind, werden Sie auch in der Lage sein, Ihrem Arzt die richtigen Fragen zu stellen und frühzeitig die richtigen Maßnahmen einzuleiten. Denn alsbald mit einer Therapie begonnen, kann Ihnen manch unangenehme Erfahrung erspart bleiben."



Welche Blasenstörungen betreffen Multiple Sklerose?


Es sind drei Arten von Blasenstörungen, die MS-Patienten besonders betreffen können. Die Störung hängt jeweils davon ab, welche Nerven eine Schädigung erleiden und welche Blasenmuskeln genau dadurch betroffen sind. Entweder kann der Schließmuskel nicht mehr kontrolliert werden, oder es kommt zu einer Inkontinenz durch eine Fehlstörung der Blasenmuskulatur (Musculus Detrusor), die zu einer unkoordinierten Dranginkontinenz führt.



Die schlaffe Blase


Außerdem kommt eine schlaffe Blase vor, die sich kaum oder gar nicht mehr mit eigener Steuerung entleeren lässt. Für den Patienten mit MS ist eine genaue Diagnose sehr wichtig, denn nur sie führt zur sicheren Unterscheidung dieser drei Blasenstörungen und zur richtigen Therapie.



Inkontinenz-Versorgung


Ein gutes Management der Blasenprobleme und der Inkontinenz sind schon frühzeitig notwendig. Der begleitende Arzt und eine gute Inkontinenz-Versorgung sind hier von größter Wichtigkeit. Zur Inkontinenz-Versorgung gehören der richtige Wäscheschutz, eine geeignete Hautpflege und die richtige medikamentöse Therapie. Im Fall einer schlaffen Blase muss auf die vollständige Blasenentleerung geachtet werden. In der Regel ist die Anwendung der intermittierenden Selbstkatheterisierung notwendig, die erlernt und trainiert werden muss.



Ärztliche Kontrolle - Blasenentzündungen vermeiden


Eine regelmäßige ärztliche Kontrolle ist nötig, damit Harnwegsinfekte frühzeitig erkannt werden. Denn diese können symptomarm verlaufen und werden häufig deshalb nicht frühzeitig genug behandelt. Es muss um jeden Preis verhindert werden, dass Harnwegsinfektionen die Nieren in Mitleidenschaft ziehen.


Beachten Sie bitte in diesem Zusammenhang, dass eine genaue Diagnose bzw. das Einleiten erfolgreicher Therapiemaßnahmen nur durch einen entsprechenden Facharzt vorgenommen werden kann!


Quelle: Gesundheitsberichterstattung des Bundes: Harninkontinenz Heft 39, Herausgeber: Robert Koch Institut 2007 (Statistisches Bundesamt)



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