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| Es gibt 31 Einträge im Lexikon. | ||
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| Lexikoneintrag | Inhalt | |
| sakrale Neuromodulation | Elektrische Stimulationstherapie der Nerven in der Sakralregion des unteren Rückenbereichs (Kreuzbein) für die medikamentös nicht behandelbare Dranginkontinenz bzw. die überaktive Blase. Die sakrale Nervenstimulation nutzt schwache elektrische Impulse, um die sogenannten Sakralnerven zu stimulieren. Diese befinden sich im Bereich des Steißbeines und gehören zu einem Nervengeflecht, das die Funktion des Beckenbodens und der Blase steuert. | |
| Sakralnerven | Nerven, die durch das Sakrum = Kreuzbein am unteren Ende der Wirbelsäule verlaufen. Sie befinden sich im Bereich des Steißbeines und gehören zu einem Nervengeflecht, das die Funktion des Beckenbodens und der Blase steuert. | |
| Schambein | Als Teil des Beckens bildet das Schambein u.a. den Mittelknochen (os pubis) auf der Vorderseite des Körpers nahe der Leiste und steht in Verbindung zum Beckenboden | |
| Schließmuskel | Siehe Sphinkter. Sowohl Hahnröhre als auch der After verfügen über ein komplexes System von jeweils zwei miteinander kooperierenden Schließmuskeln. | |
| Schließmuskelschwäche | Eine der Hauptursachen für Inkontinenz ist eine Schließmuskelschwäche. Sie tritt häufig als Folge einer Beckenbodenüberdehnung oder eines verletzten Beckenbodens nach Schwangerschaften auf. Hormonelle Veränderungen und andere Ursachen tragen auch dazu bei, dass die Beckenbodenmuskulatur an Kraft verliert. Es gibt vielerlei Gründe, die dafür sorgen, dass der "Verschlussapparat" versagt. Alles was den Beckenboden belastet, so wie beispielsweise Übergewicht, sollte besonders bei Inkontinenz, vermieden werden. | |
| Schlingentechniken | Sammelbegriff für Operationsmethoden, bei denen Blasenhals und Harnröhre in Richtung des Bauchraums verlagert und dort mit Hilfe von Schlingen befestigt werden. Das Ziel dieser Methoden ist ein höherer Druck in der Harnröhre. Siehe auch TVT-Methode. | |
| Schlüsselloch-Operation | Bei einer Schlüssellochmethode der sogenannten laparoskopischen Operation ist kein Bauchschnitt notwendig und es bleiben kaum Narben zurück. Drei knopflochgroße Schnitte reichen dem Operateur, um in das OP-Gebiet vorzudringen. Der Eingriff wird mit hilfe einer Kamera sehr präzise ausgeführt. Die Kamera lenkt die Handhabung der Spezialinstrumenten, winzigen Greifzangen und Operationswerkzeuge. | |
| Sensorische Dranginkontinenz | Ursachen sind häufige Blasenentzündungen (chronisch)oder Blasensteine. Die Rezeptoren, die den Füllungsgrad der Blase an das Gehirn melden, sind überempfindlich. Das Gehirn veranlasst daraufhin, über willentlich nicht zu beeinflussende Signale, ein Zusammenziehen der Blasenmuskulatur. Es kommt zur Inkontinenz. Meist werden dabei nur kleine Urinmengen ausgeschieden, allerdings recht häufig. | |
| Serotonin | Im Nervensystem wirkende Substanz, die als Informations- und Signalüberträger von einer Nervenzelle zur anderen fungiert. Dieser sogenannte Neurotransmitter beeinflusst u.a. die Kontraktion des Harnröhrenschließmuskels (Rhabdosphinkter). | |
| Sigma | Teil des Dickdarms, der zum Rektum führt. Es ist S-förmig gekrümmt, dient als Zwischenspeicherung des Kots und verhindert dass der gesamte Darminhalt mit seinem Gewicht auf den After (Anus) drückt. | |
| Sigmoidoskopie | Untersuchung von Sigma und Rektum mit einem Endoskop, dem so genannten Sigmoidoskop. | |
| Sonografie des unteren Harntrakts | Ultraschall des unteren Harntraktes ist eine schmerzlose äußere Diagnosemethode mittels eines Schallkopfes, der ungefährliche Schallwellen aussendet. Durch eine Ultraschalluntersuchung des Harntraktes (Nieren, Blase, Prostata) erhält der untersuchende Arzt Informationen über Lage, Größe und Beschaffenheit der Organe. Aber auch wichtige Hinweise auf Nierenerkrankungen, Organfehlbildungen, Tumore, Harnsteine oder eine Harnstauung können gefunden werden. Nach Blasenentleerung erlaubt die Sonographie eine einfache Bestimmung des ggf. in der Blase verbliebenen Restharns. | |
| Spannungsfreies Vaginalband | Das spannungsfreie Vaginalband, welches für einige Frauen mit Belastungsinkontinenz geeignet ist, wird in einem minimalinvasiven, chirurgischen Verfahren eingesetzt. Es stützt die Harnröhre, damit der Sphinkter besser schließen kann. | |
| Spasmolytika | Auch bezeichnet als: Antispasmodika; krampflösende Medikamente. Krampflöser. Spasmolytika wirken krampflösend auf die glatte Muskulatur der inneren Organe. Im Bereich der Harnwege werden Spasmolytika beispielsweise bei Nierenkolik und Reizblase eingesetzt. Bekannte Medikamente heißen Oxybutynin, Propiverin, Atropin, Trospiumchlorid und Tolterodin. | |
| Sphinkter | Musculus sphincter; wissenschaftliche Bezeichnung für Schließmuskel. Der Schließmuskel der Harnröhre wird als Rhabdosphinkter bezeichnet. | |
| Sphinkter-OP | Operation zur Behebung von Schließmuskelproblemen; Sphinkterrekonstruktion. Häufig nach operativen Verletzungen, oder Sphinkterverletzungen nach Geburten. | |
| Sphinkterotomie | Chirurgische Durchtrennung eines Schließmuskels (Sphinkter). Sie wird z. B. bei Schleimhauteinrissen am After (Analfissuren) oder einer Dauerzusammenziehung des Schließmuskels bei Hämorrhoiden durchgeführt. | |
| Sphinkterplastik | Das am häufigsten durchgeführte Verfahren bei Stuhlinkontinenz. Es wird versucht, den Afterschließmuskel chirurgisch zu reparieren. | |
| Sphinkterprothese | Wenn sämtliche konservative Therapiemöglichkeiten keine Besserung bewirken, wird häufig bei Frauen oder Männern ein künstlicher Schließmuskel (Sphinkterprothese) implantiert. Dabei kann der Patient mit Hilfe einer winzigen Pumpe (die bei der Frau in den Schamlippen, beim Mann im Hodensack eingesetzt) den künstlichen Schließmuskel auslösen. Der künstliche Schließmuskel wird auch für Menschen die unter Stuhlinkontinenz leiden eingesetzt. Häufigste Anwendung der Sphinkterprothesen sind Verletzungen der Schließmuskel durch Operation, nach schweren Entbindungen und nach Unfällen. | |
| Sphinktertraining | Das gezielte Training der Schließmuskulatur (Sphinkter) erzielt schnell optimale und anhaltende Therapieerfolge. Über eine Elektrostimulation oder ein elektromyographisch gesteuertes Nerven- und Muskeltraining (EMG), eine Biofeedback-Methode, werden die quergestreiften Sphinkter- und Beckenmuskeln passiv zur Kontraktion angeregt und dadurch trainiert. Für die Therapie der Harninkontinenz wird das Sphinkter-Training bei weiblichen Patientinnen über die Vagina und bei männlichen Patienten (sowie bei Stuhlinkontinenz) über das Rektum (Enddarm) angewendet. Die Verbesserung der Muskelleistung wird über eine Sonde kontrolliert. | |
| Spina bifida | Spina bifida ist eine der häufigsten Behinderungen bei Neugeborenen, die u.a. auch zu Harninkontinenz führen kann. Sie entsteht dadurch, daß sich in den ersten sechs Wochen der Schwangerschaft die schützende Wirbelsäule um das Rückenmark und die Nerven unvollständig ausbilden. Eine Schädigung der Nerven kann zu unterschiedlichen Lähmungen beim Kind führen. Es ist schwer vorauszusagen, wie genau sich die Lähmungen auswirken. Bisweilen sind sie geringfügig; es können aber auch schwere Lähmungen z.B. an Beinen, Harnblase und Mastdarm auftreten. | |
| Spinale Reflexinkontinenz | Die Reflexinkontinenz entsteht, wenn durch Erkrankungen der Wirbelsäule die Übertragung der Nervenimpulse für die Blasenfunktion aus Gehirn oder Rückenmark fehlerhaft ist. Dabei wird das Zusammenziehen der Blasenmuskulatur und/oder die Erschlaffung des Harnröhrenverschlusses nicht mehr durch Nervenimpulse gehemmt. | |
| SPK | Suprapubischer Katheter | |
| STEBB | Selbsthilfegruppe für Träger einer Ersatz-Blase Bocholt. Für Betroffene nach Blasenkrebs. | |
| Stoma | Im Rahmen einer Kolostomie-Operation wird der Dickdarm mit der Bauchdecke verbunden. Dabei wird eine künstliche Darmöffnung, das so genannte Stoma (griech. Mund) gebildet über die der Stuhl ausgeleitet wird. Dieses Stoma kann ggf. in einer späteren Operation wieder zurückverlegt werden, und eine Darmentleerung über den After wieder ermöglichen. | |
| Stressinkontinenz | = veralteter Begriff für Belastungsinkontinenz. Es kommt bei körperlichen Anstrengungen zu unwillkürlichem Harnverlust. Ursache sind die veränderten Druckverhältnisse im Bauchraum. Drei Stufen werden unterschieden: 1. Grad - es kommt zum Harnabgang bei Husten, Pressen, Niesen, Heben. 2. Grad - Harnabgang schon beim Aufstehen, Gehen, Treppensteigen. 3. Grad - auch im Liegen tritt unwillkürlicher Harnabgang auf. | |
| Stuhlinkontinenz | Unfreiwillige Ausscheidung von Stuhl, Flüssigkeit oder Luft/Gas mit daraus resultierenden hygienischen oder sozialen Problemen. Fäkalinkontinenz betrifft Kot und flüssige Ausscheidungen, nicht aber Gase. | |
| Stuhltagebuch | Ein Stuhltagebuch kann viele Informationen sammeln, die je nach Beschwerden wichtige Informationen für die Diagnosestellung und die Therapie beinhalten. Dazu können gehören: Zeitpunkt, Aussehen und Konsistenz der Ausscheidungen, ebenso wie Ernährungsgewohnheiten und Zeiten von Nahrungsaufnahme sowie Trinkmenge. | |
| suprapubische Katheter | Der suprapubische Katheter gehört in die Gruppe der intermittierenden Fremdkatheter und wird in einer kleinen "Operation" durch die Bauchdecke direkt in die Blase eingelegt. Er verbleibt über einen längeren Zeitraum in der Blase. Mit einem suprapubischen Katheter ist bei inkontinenten Patienten ein Toilettentraining möglich, da die Harnröhre und der Schließmuskel nicht durch den Katheter beeinflusst werden. Er wird eingesetzt bei neurogenen Blasenentleerungsstörungen, bei Verengungen der Harnröhre wie z.B. bei einer Vergrößerung der Prostata, bei urodynamischen Untersuchungen, für ein Toilettentraining bei einem inkontinenten Patienten, bei Harnröhrenverletzungen, bei Harnröhrenverengung. | |
| Sympatikomimetika | medikamente Therapie bei Belastungsinkontinenz: Ihr Arzt wird Ihnen bei Bedarf Alpha-Sympathikomimetika oder Östrogene verordnen, die die Muskulatur des Schließmuskels stimulieren. | |
| Sympatikus | Teil des Nervensystems. Im Zusammenhang mit Blasenentleerung und Urinspeicherung spielt der Sympathikus folgende Rolle: Urinzurückhaltung (Urinretention) durch Hemmung des Blasenmuskels (Detrusors) und Erregung des Schließmuskels (Sphinkters) | |
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