Pflegende Angehörige - Was kommt auf Sie zu? Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Marie Hediger   
Donnerstag, den 08. Dezember 2011 um 08:31 Uhr

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Inkontinenz bei Angehörigen


Eine der häufigsten Begleiterscheinungen von pflegebürftigen Menschen ist Inkontinenz.

Mehr als alle anderen Gebrechen im Alter ist Inkontinenz oft ein sehr großes psychisches und soziales Problem für die Betroffenen. Die älteren Menschen reagieren häufig mit Scham und verleugnen ihre Inkontinenz. Inkontinenz ist ein Tabuthema und kann gleichzeitig auch ein deutliches Signal an die Außenwelt sein: „Ich benötige Hilfe".

 



Pflege benötigt gutes Management


Jetzt sind Sie als Angehöriger gefragt - um es vorweg zu sagen, wenn der betreute Mensch inkontinent ist, sind Sie als Angehöriger zusätzlich sehr gefordert. Von Ihnen wird psychologisches Geschick und ein gezieltes „Management" verlangt. Das persönliche Gespräch ist dabei ebenso von Bedeutung, wie der Umgang mit bevorstehenden Arztbesuchen und dem richtigen Umgang mit nützlichen Spezialprodukten und Therapien.



Alltägliches


Wäsche waschen, saubermachen und für saubere Kleidung sorgen - Routine für Angehörige, die ihre Mutter oder ihren Vater zu Hause pflegen. Bei Harn- und Stuhlinkontinenz kommen nun noch weitere Tätigkeiten hinzu, die Zeit und Kraft kosten. Regelmäßig zum Toilettengang motivieren oder die Vorlagen wechseln verlangt Disziplin und sehr gute Organisation des eigenen Tagesablaufs. Dafür ist es äußerst sinnvoll, sich solange es geht die Mitarbeit des Angehörigen zu sichern.



Zusätzliches


Zur alltäglichen Routine kommen weitere Aufgaben auf den Pflegenden zu: Arztbesuche einplanen, um die genaue Ursache der Inkontinenz herauszufinden. Den betreuten Menschen mit geeigneten Inkontinenz-Produkten vertraut machen und regelmäßig für die richtigen Inkontinenz-Produkte sorgen. Möglicherweise ist es sinnvoll für ein Beckenbodentraining eine begleitende Physiotherapie einzuplanen, was auch eine positive körperliche Aktivierung des älteren Menschen mit sich bringt. Auch Sie als Angehöriger werden sich möglicherweise mit eigenen Ekel- oder Schamgefühlen auseinandersetzen müssen. Daher lautet der erste Rat von allen Betroffenen für Sie: Achten Sie gut auf sich selbst und überfordern Sie sich nicht!



Prognosen


Inkontinenz ist gut behandelbar und in der Regel sogar noch heilbar, wenn noch keine weiteren Einschränkungen oder schwere Erkrankungen vorliegen. Medikamentöse Therapie steht bei der Behandlung im Vordergrund, aber auch ein sanftes Beckenbodentraining kann äußerst positive Auswirkungen auf den älteren Menschen haben und Inkontinenz beheben. Die Einzelheiten der Therapie können mit spezialisierten Ärzten besprochen und abgestimmt werden.



Sie sind nicht allein


Die Pflege eines Familienangehörigen oder Freundes kann gleichzeitig sehr dankbar und sehr fordernd sein. Einerseits mögen Sie viel Liebe verspüren und Sie möchten vielleicht alles geben. Andererseits fühlen Sie vielleicht auch ganz andere Gefühle, wie Ärger, Ungeduld oder Unverständnis. Jede Pflegesituation ist einzigartig, aber Sie werden feststellen, dass viele Menschen in einer ähnlichen Situation sind. Deshalb kann es äußerst nützlich sein, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und von deren Erfahrungen zu profitieren. Wir laden Sie daher herzlich zu unserem Forum für Angehörige ein.



Nützliches


Die wichtigsten Tipps und Adressen haben wir Ihnen in diesem Portal zusammengestellt. Inkontinenz-Produkte können Sie sich im Abonnement per Post schicken lassen. Weitere Informationen und Adressen finden Sie auf unserer Homepage unter den jeweiligen Rubriken. Haben Sie eigene Tipps zum Weitergeben, Wünsche oder Anregungen, dann freuen wir uns sehr über Ihren Input.

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