Die richtigen Hilfsmittel bei Harn- und Stuhlinkontinenz Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Marie Hediger   
Sonntag, den 15. August 2010 um 19:50 Uhr

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Sicherheit im Alltag - Zu Hause und unterwegs


Wer unter Inkontinenz leidet, wird sehr schnell bemerken, wie wichtig der richtige Inkontinenzschutz ist.

So ist es von größter Bedeutung, dass ungewolltes Entweichen von Urin, von Stuhl oder von Geruch nicht von den Mitmenschen bemerkt werden kann. Kein Betroffener soll sich durch Inkontinenz eingeschränkt fühlen und niemand soll die Folgen durch Geruch oder auch nur durch störendes Rascheln der Vorlagen bemerken können. Inkontinenzschutz muss umfassend und zu hundert Prozent verlässlich sein.

 


Prävention und Verhütung von Folgeerkrankungen


Inkontinenzwäsche und -hilfsmittel ersetzen nicht die Therapie, sondern helfen den Alltag zu meistern und die allgemeine Gesundheit zu erhalten. Auf die richtigen und speziell angepassten Inkontinenzhilfsmittel kommt es an. Zu schnell können unangenehme Entzündungen von Haut und Schleimhäuten entstehen, wenn sich Keime im feuchten Milieu ausbreiten. In der Folge kann es zu schwerwiegenden Blasenentzündungen bis hin zu einer Immunschwächung kommen. Daher ist es besonders bei pflegebedürftigen, alten oder dementen Menschen wichtig, der Inkontinenz medizinische und pflegerische Aufmerksamkeit zu widmen.



Harn aufsaugen oder ableiten?


Harn- und Stuhlinkontinenz benötigen gut angepasste Hilfsmittel. Bei Harninkontinenz haben Männer und Frauen unterschiedliche Möglichkeiten zur Harnableitung. Außerdem muss die Versorgung darauf ausgerichtet werden, wie groß die zu erwartende Harnmenge ist, und wie regelmäßig der Harnverlust zu erwarten ist. Dafür wird die Schwere der Inkontinenz meistens in drei Schweregrade unterschieden: Leichte, mittlere bis schwere Inkontinenz.

  1. Die häufigsten Harninkontinenzhilfen sind die „aufsaugenden Hilfsmittel", wie Slipeinlagen, Vorlagen, Pants, Windelhosen. Sie saugen den Harn auf und leiten ihn von der Haut weg, um die Haut in einem trockenen Klima zu halten.
  2. Zu den ableitenden Inkontinenzhilfen gehören die Katheter. Für die Selbstanwendung geeignet, werden in der Regel die Katheter für die sogenannte „intermittierenden Selbstkatheterisierung" eingesetzt. Außerdem haben Männer die Möglichkeit den Harn durch ein Kondomurinal den abzuleiten und unbemerkt in einem Behälter am Bein aufzufangen und zu sammeln.
  3. Sonstige Hilfsmittel helfen den ungewollten Harnverlust zu vermeiden. So wird der Schließmuskel durch Pessare und Inkontinenztampons von der Scheide aus gestützt, um eine bessere Verschlusskraft zu entwickeln. Harnröhren-Stöpsel können die Harnröhre für eine Zeit lang sicher verschließen und tragen zusätzlich zu einem passiven Kontinenztraining bei.



Die richtigen Inkontinenzprodukte wählen


Ungewollter Harnverlust verlangt eine sichere Handhabung. Die Auswahl an spezialisierten Hilfsmitteln ist groß und hat sich in den letzten Jahren durch moderne Materialien und neue Verfahren deutlich verbessert. Die Auswahl reicht über Einmalprodukte mit integriertem Nässe- und Geruchsschutz, bis zu ökologischen Vorlagen, die unbedenklich in der Toilette entsorgt werden können. Hohe Verbrauchskosten können in leichteren Fällen durch Mehrwegprodukte, wie waschbare Sicherheits-Höschen, gesenkt werden.

 

 

Preisgünstige Alternativen zu Einweg-Produkten


Leider entsprechen die erstattungsfähigen Hilfsmittel nicht immer den Ansprüchen und Wünschen der Patienten. Wenn sie eine Aufzahlung leisten, können Patienten können trotzdem ihr Wunschprodukt beziehen. Manche Patienten greifen zur eigenen Kostenersparnis, wenn möglich, lieber zu preisgünstigeren waschbaren Mehrwegprodukten, selbst wenn diese von den Kassen nicht übernommen werden. Für die Auswahl der Produkte sind folgende Kriterien anzusetzen:

 

  • Sicherheit und Zuverlässigkeit: Die Hilfsmittel müssen den Harn vollständig aufnehmen und zuverlässig auch über eine längere Zeit auslaufsicher sein.
  • Hautschutz und Prävention: Hochwertige Hilfsmittel nehmen den Harn schnell auf, binden ihn oder leiten ihn von der Haut weg, so dass der Hautkontakt vermieden wird. Dadurch verringert sich das Risiko von Rötungen, Hautreizungen und Infektionen
  • Unauffälligkeit: Inkontinenz-Hilfsmittel dürfen für Außenstehende nicht sicht- oder hörbar sein, also: keine knisternde Windeln!
  • Geruchsabsorbierend: Urin- oder Stuhlgeruch dürfen auf keinen Fall nach außen dringen. Dafür müssen die Hilfsmittel selbst mit einem Geruchsabsorber ausgestattet sein oder es sollte ein zusätzlicher Geruchsabsorber eingesetzt werden.
  • Tragekomfort: Sie müssen bequem sein, in der Größe und Form zum Körperbau passen, nicht kneifen und dürfen die Bewegungsfreiheit nicht einschränken.
  • Ökologisch: Die Umweltbelstung durch Abfall bei Vorlagen und Inkontinenzmaterial sollte möglichst gering gehalten werden. Optimal: kompostierbare Vorlagen oder Vorlagen, die in der Toilette entsorgt werden können.



Einkauf im Internet oder im Handel


Die hochwertigen und praktischen Hilfsmittel und weitere sinnvolle Hygiene-Utensilien, wie Geruchsabsorber und Hautpflegeartikel finden Betroffene im stationären Handel und inzwischen auch vorrangig Internet. Bei den Internetangeboten können Betroffene sich über die Angebote zunächst selbstständig informieren und anonym bestellen. Seriöse Anbieter beraten ihre Kunden zusätzlich fachkundig und persönlich am Telefon. Dadurch bleibt die anonyme Distanz gewahrt, die viele Betroffene beim Einkauf von Inkontinenz-Produkten schätzen.



Medizinische Hilfsmittel - erstattungsfähig


Die Kostenerstattung von Kathetern und Kondomurinalen oder von Pessaren und Harnröhrenstöpseln ist bei den Krankenkassen in der Regel unproblematisch durchzusetzen, wenn der Arzt diese Hilfsmittel verschreibt. Anders ist es jedoch bei den regelmäßig benötigten Vorlagen bzw. Saugeinlagen. Die Krankenkassen sehen diese Produkte als Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens an und übernehmen dafür eine Kostenerstattung nur, wenn dafür spezielle Gründe vorliegen. Dabei schreibt die Krankenkasse 3 mögliche Gründe vor, die jedoch in beinahe jedem Fall zutreffen. Einer dieser Gründe muss lediglich auf dem Rezept vermerkt werden. Die drei Gründe können sein: 1. wenn die Hilfsmittel aufgrund von Hauterkrankungen wie Wundliegen oder Entzündungen eingesetzt werden müssen. 2. Bei Vorliegen einer schweren Behinderungen oder Krankheiten wie z.B. Multiple Sklerose. 3. wenn die Mittel eingesetzt werden müssen, damit der Betroffene am sozialen Leben teilnehmen kann. Die Erstattung dieser Hilfsmittel bezieht sich dann allerdings nur auf spezielle Produkte, die von jeder Krankenkasse in einer eigenen Vereinbarung mit Hilfsmittel-Lieferanten vereinbart wurde. Wenden Sie sich für Auskünfte diesbezüglich an Ihre Krankenkasse.

 

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Quelle: Unter Verwendung von Material der Deutschen Kontinenz Gesellschaft.

 

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