Blasenschrittmacher - Hilfe bei überaktiver Blase Drucken E-Mail
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Geschrieben von: w.juengst   
Montag, den 01. März 2010 um 11:13 Uhr

 

blasenschrittmacher
Schrittmacher hilft bei Blasenkontrolle

Ein Blasenschrittmacher stellt eine Option für alle Menschen mit überaktiver Blase dar, bei denen weder Medikamente noch eine OP zu einer Besserung beigetragen haben.

 

 

 

 

 

 


Weltweit leiden Millionen von Menschen an einer Dranginkontinenz bzw. an einer überaktiven Blase. Neben den üblichen Therapieformen - also beispielsweise dem Einsatz bestimmter Medikamente oder operativer Verfahren - verspricht vor allem die Implantation eines Blasenschrittmachers eine deutliche Linderung der Symptome. Er füllt somit die Lücke zwischen konservativen Therapieoptionen und wesentlich aufwendigeren invasiven Verfahren.



Wie funktioniert ein Blasenschrittmacher?


Ein Blasenschrittmacher ist stark vereinfacht ausgedrückt ein Gerät zur Verbesserung der Blasenfunktion im Falle einer Harninkontinenz. Durch schwache elektrische Impulse stimuliert er gezielt jene Nerven, die für die ordnungsgemäße Funktion des Blasenschließmuskels von Bedeutung sind. Diese im Rückenbereich angesiedelten Nerven, werden auch als Sakralnerven bezeichnet, weswegen man bei diesem Verfahren von einer sakralen Neurostimulation oder auch einer Sakralnervenstimulation spricht. Der Blasenschrittmacher funktioniert dabei nach einem ähnlichen Prinzip wie ein Herzschrittmacher: Mittels eines Impulsgenerators und einer Elektrode dirigiert er mittels schwacher elektrischer Impulse diejenigen Nervenfasern, welche für die Befehlsübertragung zwischen Gehirn und Blase zuständig sind und so verhindern, dass ungewollt Harn oder Stuhl abgehen.  



Wann kommt ein Blasenschrittmacher zum Einsatz?


Ein Blasenschrittmacher wird vor allem zur Behandlung einer Harninkontinenz, die auf eine überaktive Blase zurückgeht, eingesetzt. Dabei kommt dieses Verfahren zumeist erst zum Einsatz, wenn durch sämtliche konservative Therapiemethoden keine Besserung erzielt werden konnte bzw. die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigt ist. Ob die Therapie im Einzelfall jedoch tatsächlich geeignet ist, muss im Vorfeld durch den behandelnen Arzt entschieden werden. Zudem werden die für die Implantation eines Blasenschrittmachers entstehenden Kosten nur dann von der Krankenkasse übernommen, wenn durch die zuvor angewandten Behandlungsmethoden keine Besserung erzielt werden konnte und die Lebensqualität des Patienten durch seinen Einsatz deutlich gesteigert werden kann.  



Welche Symptome können durch einen Blasenschrittmacher gelindert werden?   


Ein Blasenschrittmacher unterstützt die Muskeln, die für den Verschlussmechanismus der Harnröhre benötigt werden und verhindert so, dass es bei den Betroffenen zu ständigem Harndrang und zu unwillkürlichen Harnabgängen kommt. Daneben kann ein Blasenschrittmacher auch die Symptome einer Harnretention - sprich das Unvermögen die Blase spontan entleeren zu können - gelindert werden, die in der Regel durch eine Verengung der Harnröhre hervorgerufen werden.



Vor der Implantation steht die Testphase


Bevor ein Blasenschrittmacher in den Körper implantiert wird, findet eine Testphase statt, bei der die Neurostimulation über einen externen Schrittmacher erfolgt, der für mehrere Tage am Gürtel getragen wird. Zu diesem Zweck platziert der Arzt eine Elektrode in die Nähe der Sakralnerven im Kreuzbein und verbindet dann die Elektrode mit dem Impulsgerät. Anschließend müssen über die gesamte Dauer des Tests, wie auch in der Zeit vor der Testspanne, alle Toilettengänge protokolliert werden, um nachher die Resultate miteinander vergleichen zu können. Erst wenn sich infolge der Behandlung deutliche Besserungen ergeben, wird der Blasenschrittmacher dauerhaft implantiert.  Dabei tragen die eine Vielzahl der Patienten das Gerät nach der Implantation im Gesäß, wobei es aber auch unter der Bauchdecke eingesetzt werden kann. Ist das Gerät implantiert, programmiert der Arzt die Stimulationswerte des Blasenschrittmachers individuell. Mittels einer Fernbedienung kann der Betroffene anschließend den Blasenschrittmacher eigenständig steuern und so  - bei Bedarf - das Gerät eigenständig an- und ausschalten und die Intensität der Impulse individuell bestimmen.



Was ist zu beachten, gibt es Risiken?


Wie bei allen operativen Eingriffen ist natürlich auch die Implantation eines Blasenschrittmachers mit gewissen Risiken verbunden: So kann z.B. das Einbringen der Elektrode eine Infektion im umliegenden Gewebe verursachen, was aber durch die Einnahme von  Antibiotika verhindert werden kann. Zudem benötigt ein Blasenschrittmacher um funktionieren zu können, eine Batterie, die ihn mit ausreichend Strom versorgt. Eine solche Batterie hält - je nach Auslastung - zwischen fünf und neun Jahren, bevor sie ausgetauscht werden muss. Der Austausch geht über einen kleinen operativen Eingriff vonstatten, der nach ca. 15 Minuten abgeschlossen ist.



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