Stuhltagebuch und Darmmanagement Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Marie Hediger   
Montag, den 06. Juni 2011 um 18:58 Uhr

stuhltagebuch
Was ist ein Stuhltagebuch?


In einem Stuhltagebuch werden Aufzeichnungen über Stuhlgewohnheiten und über alle wichtigen Einfluss-Faktoren der Stuhlinkontinenz gemacht.



Es unterstützt den Arzt dabei, die Ursachen der Stuhlinkontinenz herauszufinden. Auch Betroffene selbst und Angehörige können daraus wertvolle Schlüsse ziehen, die den täglichen Umgang mit der Stuhlinkontinenz erleichtern oder verbessern. Nutzen Sie das Stuhltagebuch für die Verbesserung Ihrer Lebensqualität. Entwickeln Sie daraus Ihren eigenen Wohlfühlplan und Ihr persönliches Trainingsprogramm. Es bedeutet zwar eine gewisse Anstrengung über einen festen Zeitraum von 2 - 3 Wochen ein Stuhltagebuch zu führen, kann aber einen hohen dauerhaften Nutzen haben. Meistens fallen auch ungewöhnliche Zusammenhänge wie Unverträglichkeiten oder sonstigen Besonderheiten erst auf, wenn sie über einen Zeitraum genau beobachtet werden können.



Welche Informationen sollte/kann ein Stuhltagebuch enthalten?



- Persönliche Daten: Informationen für den Arzt

- Wochentag/Datum: Erstellen Sie eine Tabelle für den besseren Überblick

- Uhrzeitspalte: gestalten Sie die Uhrzeitspalte nach den Vorkommnissen ohne festes Schema

- Getränke: geben Sie die Trinkmenge (ml) und die Art der Getränke an. (ein Glas Wasser entspricht durchschnittlich ca. 200 ml, eine mittlere Tasse Kaffee ca. 150 ml)

- Art der Speisen: tragen Sie ein, was wichtig oder vom dem Regelmäßigen abweicht. Z.B. Eier zum Frühstück; Fritten zwischendurch; welches Gemüse; Süßigkeiten.....

- Stuhlentleerungen, Aussehen, Konsistenz,

- Blähungen mit oder ohne Abgang von Winden
- Stuhlinkontinenz, Slipbeschmutzungen
- Stuhldrang oder Stuhl unter Anstrengung herausgepresst
- War das Ereignis kontrollierbar?
- Wasserlassen - Harninkontinenz?



Außerdem vermerken:

- körperliche Aktivität, Beckenbodentraining

- Zufriedenheit, Wohlbefinden, Darmbeschwerden

- Einläufe, Abführmittel oder andere Medikamente



Stuhlinkontinenz


Um die Stuhlinkontinenz richtig zu behandeln, ist es sinnvoll, das Ereignis genau zu beschreiben. Daraus können folgende Fragen beantwortet werden: Kommt es zu Stuhlinkontinenz mit festem Stuhl? Dann spricht vieles dafür, dass dem Problem eher eine Schließmuskelschwäche oder eine neurologische Problematik zugrunde liegt. Ist die Stuhlinkontinenz eher mit einem flüssigen, weichen Stuhl verbunden, mit Stuhlschmieren, Stuhlbeimengungen bzw. aufgrund starker Blähungen und Winde? Dann kann auch ein Zusammenhang mit der Ernährung und mit Unverträglichkeiten möglich sein. Für einen Einfluss von Unverträglichkeiten spricht auch periodisch auftretender imperativer Stuhldrang.



Vermuten Sie einen Zusammenhang mit bestimmten Nahrungsmitteln?


Obst und Gemüse enthalten neben den wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen Ballaststoffe, die für die Verdauung wichtig sind. Ballaststoffe sind die unverdaulichen Bestandteile der Nahrung, die in großen Mengen in Gemüse, Obst und Vollwertgetreide enthalten sind. Sie sorgen dafür, dass der Verdauungsbrei im Darm aufquillt, das Volumen des Stuhls zunimmt und der Stuhl eine gute Konsistenz erhält. Ballaststoffe regulieren den Weitertransport im Darm also die Geschwindigkeit der Darmpassage. Wichtig ist zu wissen: Ballastsstoffe beeinflussen den Stuhl hin zum Positiven und sind geeignet sowohl zu weichen und zu schnellen Stuhl als auch Verstopfung regulieren. Lediglich bei starken Darmentzündungen und bei Divertikeln im Darm sollte der Arzt zu Rate gezogen werden.



Nahrungsmittelunverträglichkeiten


Leider nehmen heute Nahrungsmittelunverträglichkeiten in der Häufigkeit immer mehr zu. Diese können sich im Stuhlgang, durch eine plötzliche eruptive Stuhlentleerung, durch imperativen Stuhldrang oder durch plötzliche Durchfälle äußern. Notieren Sie ungewöhnliche ungewollte Darmentleerungen unbedingt regelmäßig und vermerken Sie die Nahrungsmittel, die Sie kurz vorher oder in einem möglichen Zusammenhang dazu zu sich genommen haben.



Medikamenteneinnahme


Nehmen Sie bestimmte Medikamtente ein und können Sie einen Zusammenhang zwischen den Medikamenten und ihrer Stuhlinkontinenz erkennen? Wann nehmen Sie die Medikamente ein? Steht die Einnahme in direktem Zusammenhang mit besonderen Darmtätigkeiten?



Tagesrhythmus


Wenn Stuhlinkontinenz für die Mitwelt verborgen bleiben sollen, ist es sinnvoll, sich selber daraufhin zu beobachten und zu verstehen, wann "es" passiert und in welchem Zusammenhang. Wenn der eigene Stuhlrhythmus bekannt ist, kann die Stuhlentleerung mit verschiedenen Mitteln „vorher" eingeleitet werden, so dass man nicht von ungewollten Darmentleerungen überrumpelt wird. Tipp für die kontrollierte Darmentleerung: mit Hilfe eines Einlaufs (Klistier) kann der Enddarm zur vollständigen Entleerung angeregt werden. In den meisten Fällen kann daraufhin eine stuhlfreien Zeit von 24 bis 32 Stunden eingeplant werden. Auch Blähungen und unangenehme Darmgeräusche lassen sich mit diesem Mittel meist beherrschen und bewältigen. Suchen Sie ärztlichen Rat, besonders dann, wenn auch eine gute angepasste Ernährung keine Erleichterung bringt.

Frage: Wie können Sie Ihre Darmentleerungen einplanen, so dass Sie einer ungewollten Entleerung zuvorkommen.



Körperliche Aktivitäten und besondere Ereignisse


Haben körperliche Aktivitäten wie z.B. Treppensteigen, Sport, schnelles Gehen oder aber Husten einen Einfluss auf den Darm? Oder können Aufregung, Freude oder Ärger sich auf Ihr Stuhlverhalten auswirken?



Stuhlentleerungen, Aussehen und Konsistenz


Die Stuhlgewohnheiten der Menschen können sehr unterschiedlich sein. Von täglich bis zu 3 Stuhlentleerungen bis zu wöchentlich 2-3 Stuhlentleerungen gelten als normal. Die Frage, mit welcher Stuhlfrequenz sich der Betroffene selbst wohlfühlt, ist von viel höherer Bedeutung.

Frage: Mit wie vielen Stuhlentleerungen pro Woche fühlen Sie sich am wohlsten?
Frage: Welche Ernährung hat Einfluss auf die Stuhlentleerungen und auf das Wohlbefinden? Prüfen Sie, wie sich die Stuhlfrequenz möglicherweise beeinflussen lässt



Betrachten Sie dazu auch Konsistenz und Farbe des Stuhls


Die optimale Konsistenz bei der Stuhlentleerung ist fest, geformt und dunkelbraun. Bei der Darmentleerung sollten normalerweise keine Rückstände am After kleben bleiben, dann ist auch die Konsistenz des Stuhls optimal. Gut geformter Stuhl ist besser zurück zu halten, als dünne Stühle. Notieren Sie daher auch immer die Konsistenz und Farbe des Stuhls.



Blähungen, Winde und Stuhlinkontinenz


Wenn der Darm rumort und den Bauch aufbläht, wenn Luft im Darm ist und sich immer weiter entwickelt, und wenn Winde in der Umgebung die „Luft verpesten", dann ist das Wohlbefinden stark eingeschränkt. Solange die Blähungen und Winde nur selten vorkommen, kann sich der Betroffene einem Heiltee oder einem Medikament selbst helfen. Sind Blähungen ständige Begleiter, sollte unbedingt mit einem Arzt sprechen.

Frage: Welche Nahrung vertragen Sie gut und welche Nahrung führt bei Ihnen zu einem optimalen Ergebnis bei der Darmentleerung?



Getränke, Trinken, Flüssigkeitsaufnahme


Damit der Nahrungsbrei im Darm aufquillt ist die Aufnahme von Flüssigkeit sehr wichtig. Der Nahrungsbrei gelangt flüssig durch den Dünndarm und wird erst im Dickdarm, also am Ende seiner Passage durch den langen Darm eingedickt. Der Körper zieht hier die Flüssigkeit wieder in den Körper zurück. Wenn der Körper nicht über genügend Flüssigkeitsreserven verfügt, zieht er sich die verfügbare Flüssigkeit aus dem Nahrungsbrei im Darm und dickt dadurch den Stuhl zu sehr ein. Verstopfung ist häufig die Folge. Langjährige Verstopfung ist eine häufige Ursache für eine Stuhlinkontinenz. Dadurch übt der Stuhl einen zu großen Druck auf den Afterschließmuskel aus, so dass der Muskel ausleiert und die Schließfunktion beeinträchtigt wird.

Flüssigkeitsmangel ist eine häufige, nicht aber die einzige Ursache für Verstopfung. Daher ist das richtige Trinken sehr wichtig für das Darmmanagement, ist aber kein Universalmittel bei Verstopfung und sollte daher auch immer moderat eingesetzt werden. Wer dauerhaft zuviel trinkt (über 3 Liter), tut sich auch nichts Gutes.

Achten Sie darauf, genügend reines Wasser zu trinken und die Trinkmenge von 1,5 L pro Tag möglichst mit Wasser abzudecken. Dazu können Kaffee, Tee oder Säfte als Ergänzung genommen werden, sollten nie allein zum Flüssigkeitsausgleich herangezogen werden.


Frage 7: Trinken Sie genügend Wasser? Woraus besteht Ihre tägliche Flüssigkeitsaufnahme.
Frage 8: Wie beeinflusst die Flüssigkeitsaufnahme über den Tag verteilt möglicherweise die Stuhlfrequenz und Ihre Konsistenz? Welchen Einfluss haben Getränke wie Kaffee, Tee, Cola und Alkohol?


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