Harndrang kontrollieren - Oftmals Nervensache

Kontinenz und Miktion (Wasserlassen) – Harndrang ist Nervensache

Ist die Blase gefüllt, kommt es zu einem Nervenreiz, der als Harndrang wahrgenommen wird. Jetzt ist noch Zeit, eine Tätigkeit zu Ende zu führen. Ein Gespräch oder die Einkaufsrunde in der Stadt können in Ruhe abgeschlossen werden, der Harndrang kann noch zurückgestellt werden, dann aber muss es sein: eine Toilette muss her.

Harndrang – eine Toilette muss her

Für die Meldung im Gehirn, wie weit die Blase schon gefüllt ist, für das Dichthalten der Blase bis zur Entleerung und für die Entleerungsphase selbst, ist ein gut abgestimmtes Zusammenspiel des Nervensystems mit den Muskeln des Harnapparates von Bedeutung.

Die Blasensteuerung – Sensoren in der Blase

Die Blase ist modellhaft gesprochen ein Gefäß mit Steuerung und die Harnröhre ist der Ablauf, der mit Ventilen ausgestattet ist, damit nichts unbemerkt herausfließen kann. Sensoren an der Blasenwand erfassen den Füllungsgrad und melden dies über eine Nervenverbindung ins Rückenmark. Die Rückantwort wird automatisch (Reflex) gegeben, indem die Blasenschließmuskeln (Sphinkteren) fest verschlossen bleiben. Wenn die Blase stärker gefüllt ist und körperliche Belastungen hinzukommen, werden Refleximpulse an die Harnröhre weitergegeben, die dazu führen, dass der Schließmuskel noch kräftiger verschlossen wird. Wir erleben nicht bewusst, dass an der Speicherung und Austreibung des Urins komplex verschaltete Nerven, verschiedene Muskeln und zwei Zentren im Gehirn beteiligt sind. Erst wenn die Blase gut gefüllt ist, erreicht die Information im Gehirn das Bewusstsein. Wir merken, „Ich muss mal“ und bereiten uns vor, zur Toilette zu gehen.

Die Bedeutung des Beckenbodens für die Blasensteuerung

Auch der Beckenboden leitet ständig Reize weiter, die im Gehirn über die Füllmenge der Blase “berichten” und eine „volle Blase“ melden. Die Blase, die direkt auf dem Beckenboden ruht, wird schwerer. Der Beckenboden ist wie ein Trampolin-Netz gut gespannt. Er hat einen genau bestimmten Tonus (Spannkraft), aufgrund dessen er das Gewicht der Blase “messen” kann. Das Nervensystem leitet ständig die Ergebnisse über das Gewicht der Blase an die Nervenzentren weiter. Wenn die Entleerung der Blase nicht sofort erfolgt, spannt sich der Beckenboden reflexartig stärker an und stützt damit gleichzeitig auch die schwerer werdende Blase.

Der gesunde Beckenboden

Damit die Steuerung der Kontinenz über den Beckenboden auch gut funktioniert, ist es notwendig, dass er in seinen Strukturen vollständig heil und gesund ist. Auch hier ist das Bild des Trampolins hilfreich. Wenn hier die Aufhängungen nicht alle stimmen oder Risse im Gewebe vorliegen, kann das Trampolin nicht mehr richtig funktionieren.

Kontrolle und Steuerung der Ausscheidung

Sobald die Blase eine gewisse Menge Urin enthält, verspüren wir einen Harndrang, woraufhin ein Reflex ausgelöst wird. Der Reflex führt dazu, dass die Blase auf jeden Fall entleert wird. Auf diese Weise entleert auch der Säugling seine Blase. Später lernen wir, diese Reflexe zu unterdrücken und die Harnentleerung bewusst und willentlich zu kontrollieren.

Miktion – das Wasserlassen

Hat man sich entschieden, zum „stillen Örtchen” zu gehen, wird der äußere Blasenschließmuskel an der Harnröhre willkürlich geöffnet. Die hemmenden Signale werden willentlich aufgehoben und jetzt kann auch der innere Blasenschließmuskel, der vom autonomen Nervensystem gesteuert wird, gelöst werden. Die Schließmuskeln öffnen sich und das Muskelsystem der Blase, der sogenannte Detrusor vesicae, zieht sich zugleich reflexartig zusammen – der Urin läuft aus der Blase.

Blasenkontrolle durch das Nervensystem

An der neurologischen Ausscheidungskontrolle sind alle Teile des Nervensystems beteiligt:

  • das so genannte autonome (vom Willen unabhängige) Nervensystem mit den beiden Gegenspielern Sympathikus und Parasympathikus,
  • das motorische Nervensystem, das dem Willen unterliegt und
  • das sensorische Nervensystem, das Empfindungen weiter leitet.
  • außerdem sind drei bedeutende Schaltstellen im Zentralnervensystem für die Kontrolle der Harnspeicherung zuständig:
  • eine Region des Kleinhirns (Miktionszentrum),
  • eine Rückenmarksregion (im Bereich unterer Brustwirbel) und
  • das “sakrale Miktionszentrum” im Kreuzbein.
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