Psychosomatik und Blasenschwäche

Psychosomatik – Wenn die Seele auf die Blase drückt

Der Körper und die Seele: Dass der Körper auf emotionale Störungen reagiert, ist eine wichtige Erkenntnis der Psychosomatik.

Die Blase – Organ der Gefühle

Dabei ist gerade die Blase ein Organ, das sehr direkt und sehr schnell auf Stress und auf Gefühle reagiert. Denn Aufregung regt das vegetative Nervensystem an, das auch an der Blasensteuerung beteiligt ist. So kommt es dazu, dass man bei Erregung häufiger als sonst zur Toilette muss. Diese Erfahrung hat nahezu Jeder schon einmal gemacht, der vor einer größeren  Herausforderung, wie z.B. einer Prüfung, einer Rede oder einer ganz besonderen Begegnung stand. Plötzlich muss man dauernd „zur Toilette rennen“.

„Ist alles psychisch“ – Vorsicht vor Fehlinterpretation

Größere psychische Belastungen, länger andauernder emotionaler Stress, Partnerprobleme, der Tod eines nahen Angehörigen oder finanzielle Probleme können zu Problemen beim Wasserlassen oder sogar zu Inkontinenz führen. Gar nicht so selten steckt eine psychische Belastung oder eine Depression hinter einer plötzlich auftretenden Harninkontinenz. Doch Vorsicht vor zu schnellen Deutungen. Selbst wenn ein solcher Zusammenhang vermutet werden kann, bedarf es einer differenzierten ärztlichen Diagnostik, die alle anderen möglichen medizinischen Ursachen zunächst ausschließen muss.

Psychosomatik: Der Volksmund kennt die Schwächen – häufiges Wasserlassen

Im Volksmund weisen einige Redewendungen auf die Bedeutung von Darm und Harnblase und der Ausscheidungsfunktion in Zusammenhang mit Emotionen wie Angst, Wut oder Ärger hin: Jemand „macht sich vor Angst in die Hose“ oder ihm „schlägt der Ärger auf die Blase“. „Ich verpisse mich“, wenn ich mich aus einer Situation flüchte, weil ich „Schiss“ (Angst)  habe. Manchmal muss jemand bildlich gesprochen „die Hose runterlassen“, das kann ihm dann ziemlich „an die Nieren gehen“. Angst und Erregung gehen spürbar mit einer Zunahme der Drang-/Urge-Inkontinenz einher.

Traditionelle chinesische Medizin – Druckausgleich

In der traditionellen chinesischen Medizin und auch aus moderner psychosomatischer Sicht gilt die Blase als „Organ“ des Druckausgleichs. Anatomisch entspricht diese Definition genau der Wirklichkeit. Druck entsteht nicht nur aus körperlichen Gründen durch die volle Blase, sondern auch psychisch. Manche Menschen mögen ihren psychischen Druck oft ein Leben lang bewusst zurückhalten, sie mussten oft schon in ihrer Kindheit den Druck ihrer Umgebung abfedern oder durften ihn nicht wahrnehmen. Unbewusst jedoch sucht sich der Körper seine Quelle um Druck abzulassen. Er wählt dafür das Organ aus, das eine vergleichbare Funktion für die Psyche bietet -die Harnblase.

Psychisch verusachte Inkontinenz kommt selten allein

Die psychosomatische Medizin beschreibt den unwillkürlichen Harnabgang bei Reizblase und Bettnässen, der keine organische Ursache hat, auch als „Weinen nach unten“. Wenn Stress, Sorgen oder soziale Belastungen eine Blasenschwäche verstärken oder sogar auslösen, dann gehen oft vielfältigen anderen Störungen mit dieser Blasenschwäche einher. Am häufigsten kommen dabei Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Rückenprobleme sowie Kopfschmerzen und Depressionen vor.

Sexualität und Harninkontinenz

Harninkontinenz und Miktionsstörungen und selbst häufige Blasenentzündungen können aus psychosomatischer Sicht ebenfalls Ausdruck einer zugrundeliegenden Sexualstörung sein. Sie betrifft Männer wie Frauen gleichermaßen und kann in jedem Lebensalter auftreten.  Da es sich bei der Beziehung zu Sexualität um ein sensibles Thema handelt, liegt der erste Schritt zur Lösung in der Überwindung der Sprachlosigkeit. Wenn es möglich ist, ein selbstverständliches und nicht abwertendes Gespräch über Inkontinenz und Sexualität zu beginnen, kann dies der Anfang  für einen aufgeklärten, selbstbewussten und aktiven Umgang der Betroffenen mit Inkontinenz sein.

Ein Hilferuf bei sexuellem Missbrauch

Inkontinenz bei Kindern und Jugendlichen kann auch auf sexuelle Störungen oder sexuellen Missbrauch hinweisen. Das Tragen einer Windel kann dann als unbewusster Schutzpanzer gegen machtvolle Übergriffe gebraucht werden. Gerade bei Kindern und Jugendlichen sollte nur mit großem Einfühlungsvermögen nachgefragt werden. Sollte sich der Auslöser einer Inkontinenz bei Jugendlichen nicht erklären lassen, ist es immer klüger, einen einfühlsamen Arzt oder Therapeuten zu Rate zu ziehen. Die Eltern können dem Kind oder Jugendlichen besser helfen, wenn Sie ihm einen sicheren emotionalen Rahmen bieten und die/den Jugendliche/n bzw. das Kind nicht mit unangenehmen Fragen verunsichern. Sollte irgendein Verdacht auf einen Zusammenhang zwischen der Inkontinenz und einem sexuellen Missbrauch bestehen, sollte das Jugendamt eingeschaltet werden.

Harninkontinenz – Demenz und Pflege

Harninkontinenz kann auch mit Demenz oder Psychosen auftreten, häufig in Verbindung mit einem Heimaufenthalt. Die vom Kleinkind mühsam erlernte Kontrollfunktion über die Blase kann durch Zellabbau im Gehirn bei alten Menschen wieder verloren gehen. Harninkontinenz kann, vor allem bei älteren Menschen, auch Ausdruck einer Depression sein. Wenn alte Menschen einnässen, wollen sie damit oft auch verdeutlichen, dass ihnen alles egal ist. Hinzu kommt, dass für manche Heimbewohner eine nasse Windel häufig der einzige Weg sein kann, von den Betreuern Zuwendung zu erfahren.

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