| Belastungsinkontinenz - Harnverlust bei Sport und Bewegung |
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| Geschrieben von: M.Hediger |
| Donnerstag, den 09. Februar 2012 um 08:41 Uhr |
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Viele Frauen haben es schon einmal erlebt. Unerwartet, mitten in einer Tätigkeit, beim Sport, beim Aufheben vom Wasserkasten oder beim Niesen passiert es: Ein Harnstrahl geht ab und durchfeuchtet nicht nur den Slip sondern auch die Hose. Typischer Fall einer Belastungsinkontinenz.
Harnverlust unter 150 Milliliter
Nicht mehr als ungefähr 50 - 100 Milliliter Urin gehen ab, ohne vorherigen Harndrang und ohne Ankündigung. Aber dieser Harnverlust hat es in sich. Denn das Malheur ist nicht mehr zu verbergen. Es sei denn, Sie haben mit geeigneten Hilfsmitteln vorgesorgt.
Körperliche Belastungen, wie z.B. das Hochheben von Gegenständen, Husten, Niesen oder Lachen, führen zu einem Druckanstieg in Bauchhöhle und Blase. Normalerweise gleichen Beckenbodenmuskulatur und Schließmechanismus der Harnröhre diesen Druckanstieg aus. Sind diese jedoch nicht mehr intakt, kann der der Schließmuskel nicht mehr genügend Gegendruck erzeugen, so dass sich die Harnröhre ungewollt öffnet und kleine Mengen Urin hindurch lässt. 3 Schweregrade der Belastungsinkontinenz werden dabei unterschieden: 1. Grad: Inkontinenz beim Husten, Niesen
Schließmuskelschwäche - häufigste Ursache für Belastungsinkontinenz
Da die Druckerhöhung normal ist, - sie kann durch Harndrang genauso, wie durch leichte körperliche Tätigkeiten ausgelöst sein - besitzt der Schließmuskel die enorme Fähigkeit sich blitzschnell an die unterschiedlichen Belastungen anzupassen und je nach Bedarf fester zu verschließen. Diese Anpassungsfähigkeit des Schließmuskels unterliegt einer zusätzlichen Feinsteuerung im vegetativen Nervensystem. Hier liegt also ein vielfältiges Zusammenspiel von Nervensystem und Muskelsystem vor, das am besten durch ein bewusstes Beckenbodentraining gestärkt und normalisiert werden kann. Daher gehört das Beckenbodentraining bei Belastungsinkontinenz zur geprüft wirksamsten therapeutischen Maßnahme.
Was hat ein schwacher Schließmuskel mit dem Beckenboden zu tun?
Der Schließmuskel ist ein Ringmuskel, der sich um die Harnröhre herum legt und diese zusammendrückt. Er besteht aus Muskelfasern des Beckenbodens. Daher ist das Beckenbodentraining die einzige umfassende Methode, die Muskelfasern des Schließmuskels zu trainieren. Außerdem ist der Beckenboden ein sensibles Instrument, das den Druck der Blase oder den Druck der Belastungen die aus dem Bauchraum kommen, wahrnimmt und sich daraufhin stärker zusammenzieht, um nicht durchzuhängen. Bei Dauerbelastung des Beckenbodens durch hohes Körpergewicht, werden die Beckenbodenmuskeln überdehnt. Dies ist der Grund dafür, warum Übergewicht den Beckenboden überlasten und eine Mitursache für eine Belastungsinkontinenz sein kann.
Ursache Belastungsinkontinenz - die häufigste Form bei jüngeren Frauen
Die Belastungsinkontinenz ist die am weitesten verbreitete Form der Blasenschwäche bei Frauen. Diese Form der Inkontinenz betrifft auch besonders jüngere Frauen in allen Altersstufen. Sie kann durch operative Eingriffe im unteren Beckenbereich, durch Organsenkungen, durch Schwangerschaft und Geburt oder in Folge der hormonellen Umstellung während der Wechseljahre hervorgerufen werden. Aber auch Übergewicht oder eine schlechte physische Verfassung können die Beckenbodenmuskulatur schwächen. Bei Männern erhöht eine operative Entfernung der Prostata oder der Blase - beispielweise aufgrund einer Krebserkrankung – das Risiko für eine Belastungsinkontinenz.
Die Rolle der Schwangerschaft als Auslöser für Belastungsinkontinenz
Belastungsinkontinenz kommt bei jüngeren Frauen vorwiegend nach Schwangerschaften und Geburten vor. Das Risiko daran zu leiden erhöht sich mit der Zahl der ausgetragenen Schwangerschaften. Daher raten manche Frauenärzte zum Kaiserschnitt, um eine mögliche Schädigung des Beckenbodens zu verhindern. Hier gehen die Meinungen der Fachwelt jedoch weit auseinander, ob der Nutzen eines Kaiserschnitts zur Verhinderung von Inkontinenz ausreichend begründet ist.
Beachten Sie bitte in diesem Zusammenhang, dass eine genaue Diagnose bzw. das Einleiten erfolgreicher Therapiemaßnahmen nur durch einen entsprechenden Facharzt vorgenommen werden kann!
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