Belastungsinkontinenz - Wie Ihnen eine OP helfen kann Drucken E-Mail
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Geschrieben von: W.Juengst   
Montag, den 21. Mai 2012 um 09:04 Uhr

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Operation kann in schweren Fällen helfen


Neben den konventionellen Therapiemöglichkeiten kann Ihnen Ihr Arzt auch eine OP empfehlen.

Die Vorteile eines Beckenbodentrainings sind zwar nicht von der Hand zu weisen, doch gerade bei größerem Leidensdruck kann eine Operation für schnellere Abhilfe sorgen, als es bei den konventionellen Therapien der Fall wäre. Dennoch sind mit einem operativen Eingriff auch immer gewisse Risiken verbunden, welche Sie im Vorfeld einkalkulieren bzw. mit Ihrem behandelnden Arzt durchsprechen sollten. Um Ihnen eine bessere Entscheidungsgrundlage zu geben, wollen wir Ihnen hier die wichtigsten OP-Methoden vorstellen, die in Bezug auf eine schwere Form der Belastungsinkontinenz eingesetzt werden.



"Aufhänge-Operation" nach Burch


Die besten Resultate erreichte man bislang mit der sogenannten "Aufhänge-Operation", wie etwa der Kolpuspension (Operation nach Burch). Hierbei handelt es sich um eine OP durch die Bauchdecke, bei der der Blasenhals von den Muskeln und anderen Organen freigeschnitten und an einem Gelenkband oder direkt am Knochen auf der Innenseite der Beckenpartie befestigt wird. Allerdings wird diese Operationsform mittlerweile nicht mehr so häufig angewendet, weil der Eingriff nicht leicht zu vollziehen ist und teilweise auch mit erheblichen Komplikationen verbunden sein kann. Beispielsweise kann die OP nur unter Vollnarkose erfolgen und ist zudem mit einem längeren stationären Aufenthalt verbunden.

 

TVT-Band_kTVT-Verfahren


Mittlerweile kommt bevorzugt das sogenannte TVT-Verfahren („ Tension-free Vaginal Tape“= spannungsfreies vaginales Band) zum Einsatz. Die Vorteile dieser Operation liegen vor allem darin, dass bei ihr kein Schnitt mehr durch die Bauchdecke erforderlich ist und sie zudem unter örtlicher Betäubung erfolgen kann, da bei ihr lediglich zwei kleine Einstiche in die Bauchdecke gemacht werden.

Beim TVT-Verfahren wird ein speziell entwickeltes Kunststoffband um den geschwächten Bandapparat der Harnröhre geführt und hinter dem Schambein hochgezogen. Dort braucht es jedoch nicht angenäht zu werden, da es nach der OP mit den Schichten der Bauchwand verwächst. Dieses Band wirkt dann wie eine Art „Prellbock“ und verschließt die Harnröhre bei körperlicher Anstrengung (z.B. Husten, Niesen, Treppensteigen). Dadurch kommt es zu einer sofortigen Beseitigung der Inkontinenz. Die Operation dauert nur zirka 30 Minuten. Komplikationen oder Schmerzen treten selten auf, wodurch auch der Einsatz eines Blasenkatheters selten nötig ist. Die meisten Patientinnen können zirka drei Stunden nach dem Eingriff wieder problemlos Wasser lassen und nach kurzer Zeit aus dem Krankenhaus entlassen werden. In bestimmten Fällen ist der Eingriff sogar ambulant durchführbar.



Implacement-Methode_k Implacement-Therapie


Als weitere Maßnahme kommt bei einer bestehenden Belastungsinkontinenz die sogenannte Implacement-Therapie in Frage. Der Eingriff erfolgt in der Regel ambulant und unter Lokalanästhesie. Bei der Implacement-Therapie wird Fett, Salzwasser, Silikon oder Teflon in den Blasenhals eingespritzt. Durch die Unterspritzung des Gewebes werden die Ränder des Blasenhalses enger zusammengeführt und so dessen Verschlussmechanismus gestärkt, wodurch das Auslaufen des Urins erschwert werden kann. Allerdings wird diese Methode aufgrund ihres mäßigen Erfolgs nur noch selten angewendet.




Beachten Sie bitte in diesem Zusammenhang, dass eine genaue Diagnose bzw. das Einleiten erfolgreicher Therapiemaßnahmen nur durch einen entsprechenden Facharzt vorgenommen werden kann!


Quelle:

1. Robert Koch Institut - Statistisches Bundesamt: Heft 39 Harninkontinenz. Gesundheitsberichterstattung des Bundes.


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