Inkontinenz - Von der Niere zur Ausscheidung

Von der Niere zur Ausscheidung – Kontinenz

Kontinenz, also die Fähigkeit zur Blasenkontrolle ist eine normale Funktion des Körpers, die in der Regel bis zum Ende des Lebens besteht. Auch im gehobenen Alter kann der Mensch die Fähigkeit zur vollständigen Blasenkontrolle behalten. Entgegen eines hartnäckigen Vorurteils gehört der Verlust der Kontinenz bzw. die Inkontinenz nicht mit zu einem normalen Alterungsprozess. Lesen Sie im Folgenden, wie die physiologische, also die „gesunde“ Harnproduktion im Körper gesteuert wird. Denn Wissen hilft heilen.

Jeder gesunde Mensch hat normalerweise 2 etwa gleichmäßig funktionierende Nieren. Das Blut durchläuft die Nieren mehrmals täglich, sodass beide Nieren zusammen auf eine „Filter-Leistung“ von ca. 1500 Liter Blut pro Tag kommt. Etwa 150 Liter Primärharn werden aus dem täglich 1500 Liter gefilterten Blut gebildet. Das ist eine große Filterleistung. Aus dem Primärharn holt sich der Körper die größte Menge Flüssigkeit wieder zurück. Dadurch entstehen pro Tag dann nur noch 1,5 bis 2 Liter konzentrierter Harn. Die Nieren bestimmen auf diese Weise über die genaue Zusammensetzung von allen wichtigen Mineralstoffen im Blut und sorgen für einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt im Körper. Der Harn wird im den jeweiligen Nierenbecken gesammelt, die als Trichter dienen und den Harn weiterleiten.

Zwei Harnleiter (Ureteren) – von der Niere zur Blase

Der Harn wird aus dem Nierenbecken durch die beiden Harnleiter in die Blase transportiert. Dabei ziehen sich (kontrahieren) die Harnleiter rhythmisch zusammen. Die Blase dient nun als Zwischenspeicher und Sammelbehälter. Dabei hat die Blase an der Stelle, an der die Harnleiter einmünden, eine Art Ventil eingebaut, damit der Harn, z.B. beim Liegen, nicht in die Niere zurückfließen kann. So wird außerdem verhindert, dass Keime z.B. bei einer Blasenentzündung aus der Blase nach oben in die Niere verschleppt werden.

Die Harnröhre – unterschiedliche Länge bei Mann und Frau

Bei dem Verständnis des Harnapparates ist zwischen den (zwei) Harnleitern und der (einen) Harnröhre zu unterscheiden. Die beiden Harnleiter verbinden Nieren und Blase und die Harnröhre bringt den Harn von der Blase nach außen. Bei Mann und Frau ist aufgrund der Unterschiede der Geschlechtsfunktionen die Harnröhre unterschiedlich lang: Beim Mann beträgt die Harnröhrenlänge 18 – 20 cm, bei der Frau dagegen nur 3 – 5 cm. Der Mann ist aufgrund der längeren Harnröhre viel weniger anfällig für Blasenentzündungen als die Frau.

Kontinenz - Urogenitalbereich der Frau

Die Harnröhre der Frau – Vorsicht Blasenentzündung

Schon beim Abwischen nach dem Toilettengang kann es bei der Frau passieren, dass Bakterien in die Harnröhre gelangen und in die Blase hoch wandern. Es sind vorwiegend Bakterien aus dem After, die bei der Frau zu Blasenentzündungen führen. Diese Bakterien gehören zu den physiologischen Darmbakterien, die jeder gesunde Darm haben muss. Hinzu kommen Keime, die beim Geschlechtsverkehr übertragen werden und in die Harnröhre gelangen. Zusätzlich schieben sich die Keime beim Geschlechtsverkehr geradezu in der Harnröhre hoch.

Blasenentzündung verhindern

Zu einer Blasenentzündung kommt es allerdings nur, wenn in der Harnblase nicht das richtige saure Milieu herrscht und wenn die innere Schleimhaut der Blase angegriffen ist. Zuwenig Trinken, Nässe und Kälte, eine vitalstoffarme Ernährung und körperlicher und psychischer Stress wirken sich auf das Milieu der Blase negativ aus. Die beste Maßnahme zur Verhinderung einer beginnenden Blasenentzündung, ist das vermehrte Trinken. Das vermehrte Trinken von Wasser oder Tee kann ein Aufwärtswandern der Bakterien verhindern, indem es die Bakterien regelrecht hinaus spült. Zusätzlich helfen Heilkräuter den Harn anzusäuern, damit sich Bakterien in der Blase nicht wohl fühlen. Auch eine Ernährung, die den Harn sauer macht, kann helfen einer Blasenentzündung vor zu beugen.

Kontinenz - Urogenitalbereich Mann

Die Harnröhre des Mannes – Prostata

Die Prostata, eine Drüse die zur Fortpflanzung notwendig ist, umschließt die Harnröhre des Mannes wie ein Ring vollständig. Mit höherem Alter kann es zu einer gutartigen Vergrößerung (Hyperplasie) der Prostata kommen. Die Prostata wächst übermäßig stark und dehnt sich auch nach innen hin aus. Dies kann dazu führen, dass die Harnröhre zusammengedrückt wird und der Harn nicht mehr ungehindert herausfließen kann. Der Harnfluss wird verlängert und die Blase entleert sich nicht mehr vollständig. Dies ist ein häufiger Grund für Probleme beim Wasserlassen, für Blasenschwäche und für Inkontinenz.

Doppelte Sicherheit – zwei Schließmuskel verschließen die Harnröhre

Zwei übereinander liegende Schließmuskel sichern den Blasenausgang ab. Sie halten die Blase dicht und gewährleisten doppelte Sicherheit, besonders wenn sie prall gefüllt ist. Dabei unterliegt nur der äußere Schließmuskel der bewussten Kontrolle und kann willentlich angespannt oder gelöst werden. Der innere Schließmuskel hingegen wird von autonomen Reizen gesteuert. Für die Schließmuskel- sowie die Blasensteuerung ist das Blasenzentrum im Rückenmark zuständig. Dieses erhält wiederum Nervenreize vom Gehirn. Den größten Anteil der gesamten Blasensteuerung bekommt der Mensch gar nicht mit. Die Blase funktioniert autonom und unterliegt dem parasympathischen (vegetativ) Nervensystem. Wenn aber das feine Zusammenspiel gestört ist, kann es zu einer sogenannten Drang-Inkontinenz oder einer Reizblase kommen.

Was hat der Schließmuskel mit dem Beckenboden zu tun?

Nur die Muskelfasern des äußeren Schließmuskels werden aus den Muskeln des Beckenbodens gebildet. Dadurch wirkt sich ein Beckenbodentraining direkt auf diesen Schließmuskel aus und stärkt seine Verschlusskraft. Die Muskulatur des Beckenbodens hat aber noch weitere Auswirkungen auf die Kontinenz. Ein gut gespannter (gut trainierter) Beckenboden hält alle inneren Organe in ihrer Position und federt starke Belastungen durch Sport, Husten oder durch schweres Tragen optimal ab. Erst in jüngerer Zeit hat man herausgefunden, dass der Beckenboden Rezeptoren enthält, die Informationen über den Füllungszustand der Blase an das Blasenzentrum weiter gibt und so ebenfalls zur Blasensteuerung beiträgt. Dadurch gewährleistet der Beckenboden, die volle Funktion für die Blasensteuerung und die übrigen Organe.

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